Aktuelle Studien 2025/2026

Die neueste Forschung zu Neurofeedback und Biofeedback aus 2025/2026 – hochrangige Studien aus JAMA Psychiatry, JAMA Network Open, Scientific Reports und weiteren Top-Journals. Schwerpunkte: AD(H)S, PTSD, HRV-Biofeedback, Schmerztherapie und Substanzgebrauchsstörungen.

Hinweis: Diese Seite präsentiert eine Auswahl aktueller Studien zu Neurofeedback und Biofeedback aus 2025/2026. Für Studien mit Mindfield-Produkten besuchen Sie unseren Studien-Hub.

Neurofeedback: Aktuelle Studien 2025/2026

Meta-Analyse

Neurofeedback verbessert Exekutivfunktionen bei AD(H)S-Kindern

Zhong X, Yuan X, Dai Y et al. · Scientific Reports (Nature Portfolio) · 2025 · DOI: 10.1038/s41598-025-94242-4

Studientyp: Systematisches Review + Meta-Analyse

Umfang: 10 Studien mit 539 Teilnehmern (Inhibition) + 7 Studien mit 370 Kindern (Arbeitsgedächtnis)

Kernergebnisse:

  • Signifikante Verbesserung der Impulskontrolle (p < 0.0001) – kleiner bis mittlerer Effekt
  • Signifikante Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses (p < 0.05) mit klarem Dosis-Wirkungs-Effekt
  • Entscheidend: Erst ab >21 Stunden Gesamttraining (ca. 30 Sitzungen) zeigen sich signifikante kognitive Verbesserungen
  • Nachhaltig: Effekte halten auch nach Trainingsende an

Bedeutung: Diese Meta-Analyse etabliert erstmals eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung für Neurofeedback bei AD(H)S: Mindestens 21 Stunden Training sind nötig für messbare kognitive Verbesserungen. Publiziert im Nature-Portfolio-Journal Scientific Reports.

Meta-Analyse

Neurofeedback bei PTSD: Moderate bis große Effektstärken

Berman DE, Cowansage KP, Bellanti DM et al. · Frontiers in Neuroscience · 2025 · DOI: 10.3389/fnins.2025.1658652

Studientyp: Systematisches Review + Meta-Analyse (PRISMA, PROSPERO-registriert)

Umfang: Mehrere RCTs zu EEG-Neurofeedback und fMRI-Neurofeedback bei PTSD

Kernergebnisse:

  • EEG-Neurofeedback zeigt moderate bis große Effektstärke bei PTSD-Symptomreduktion (k = 5 RCTs)
  • Effektstärke nimmt im Follow-up zu – ein klinisch bedeutsames Signal
  • Alpha-Rhythmus-Modulation als vielversprechendstes Protokoll identifiziert
  • Neuronale Mechanismen: Veränderungen im Default Mode Network und Salience Network korrelieren mit PTSD-Verbesserung

Bedeutung: Erste integrierte Meta-Analyse, die neuronale Mechanismen des Neurofeedbacks bei PTSD systematisch miterfasst. Die zunehmende Effektstärke im Follow-up deutet auf nachhaltige neuroplastische Veränderungen hin.

RCT (doppelblind)

Kombiniertes Biofeedback + Neurofeedback bei AD(H)S-Kindern

Santamaría-Vázquez E, Estudillo-Guerra A, Ali L, Martinez D, Hornero R, Morales-Quezada L · Frontiers in Human Neuroscience · 2025 · PMID: 39989722

Studientyp: Doppelblindes, Sham-kontrolliertes RCT

Umfang: 60 Kinder mit AD(H)S-Diagnose (Durchschnittsalter 11 Jahre)

Kernergebnisse:

Outcome Aktiv-Gruppe vs. Sham p-Wert
Verhaltensprobleme Signifikant besser p = 0.01
Angst Signifikant besser p = 0.008
Hyperaktivitäts-Index Signifikant besser p = 0.007
Impulsivität Signifikant besser p = 0.008
  • Effektstärken: Cohen’s d = −0.29 bis −0.45 (klein bis mittel)
  • Frontale Theta-Power signifikant erhöht (p = 0.0125)
  • Effekte persistieren 1 Monat nach Behandlungsende

Bedeutung: Erste doppelblinde Studie, die respiratorisches Biofeedback mit Neurofeedback und Nervenstimulation bei AD(H)S kombiniert. Das Sham-kontrollierte Design bestätigt einen echten Behandlungseffekt. Besonders relevant: Die Kombination mehrerer Modalitäten übertrifft Einzelansätze.

Biofeedback: Aktuelle Studien 2025/2026

Phase-2 RCT

HRV-Biofeedback reduziert Substanzkonsum um 64 %

Eddie D, Nguyen M, Zeng K, Mei S, Emery N · JAMA Psychiatry · 2025 · PMID: 41032322

Studientyp: Phase-2 RCT (8-Wochen-Intervention)

Umfang: 115 Erwachsene mit schwerer Substanzgebrauchsstörung

Kernergebnisse:

  • 64 % weniger Konsumtage gegenüber Kontrollgruppe
  • Negativer Affekt: Systematisch gesunken in HRV-BF-Gruppe, gestiegen in Kontrollgruppe
  • Cravings: In HRV-BF-Gruppe systematisch gesunken
  • Positiver Affekt: Verbesserung in HRV-BF-Gruppe

Bedeutung: Publiziert im renommiertesten Psychiatrie-Journal der Welt. Erste RCT mit Wearable-HRV-Biofeedback bei Suchterkrankungen. 64 % Reduktion der Konsumtage ist klinisch hochrelevant. Finanziert von NIDA und NIAAA (US National Institutes of Health).

Pilot-RCT

HRV-Biofeedback schützt Herzpatienten bei mentalem Stress

JAMA Network Open · 2025;8(10):e2538416 · PMID: 41118163

Studientyp: Pilot-RCT (Universitäts-Setting)

Umfang: Patienten mit koronarer Herzerkrankung (30–79 Jahre)

Kernergebnisse:

  • HRV-Biofeedback führte zu signifikant erhöhter myokardialer Flussreserve unter mentalem Stress vs. Usual Care
  • Mechanistischer Beleg: Mentaler Stress reduziert Myokard-Perfusion; HRV-BF kann diesen Effekt abpuffern
  • Erste RCT, die HRV-BF mit objektiver kardialer Bildgebung kombiniert

Bedeutung: Publiziert im JAMA Network. Belegt erstmals mechanistisch mittels kardialer Bildgebung, wie autonome Nervensystem-Regulation (via HRV-Training) das Herz bei Stressbelastung schützen kann. Hochgradig relevant für kardiovaskuläre Rehabilitation.

Pilot-RCT

VR + Multisensor-Biofeedback: 51 % Schmerzreduktion bei Fibromyalgie

Chittaro L, Longhino S, Serafini M, Cacioppo S, Quartuccio L · ACR Open Rheumatology · 2025 · PMID: 40372182

Studientyp: Pilot-RCT (Treatment vs. Warteliste)

Umfang: 20 Fibromyalgie-Patientinnen (10 Treatment, 10 Warteliste)

Gemessene Parameter: Hautleitwert (EDA), Herzratenvariabilität (HRV), Atemfrequenz – eingebettet in immersive VR-Umgebung

Kernergebnisse:

Outcome Treatment Warteliste p-Wert
VAS Schmerzreduktion −50,97 % Keine Änderung p < 0.001
Funktionelle Belastung (FIQ) −39,73 % Keine Änderung p < 0.001
Affektiver Schmerz (SF-MPQ) Signifikant besser p = 0.005
  • Physiologische Verbesserungen: Signifikante Reduktion des Hautleitwertes und der Atemfrequenz, HRV-Verbesserungen
  • Effekte hielten 2 Wochen nach Behandlung an

Bedeutung: 51 % Schmerzreduktion bei Fibromyalgie ist vergleichbar mit zugelassenen Medikamenten – ohne Nebenwirkungen. Der multimodale Ansatz mit EDA + HRV + Atemfrequenz zeigt synergetische Effekte. Relevant für die Kombination verschiedener Biofeedback-Sensoren.

Zusammenfassung: Stand der Forschung 2025/2026

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung:

  • Dosierung ist entscheidend: Neurofeedback bei AD(H)S erfordert mindestens 21 Stunden Gesamttraining (∼30 Sitzungen) für messbare kognitive Verbesserungen
  • Kombinationstherapien übertreffen Monotherapie: Neurofeedback + Biofeedback zusammen zeigen additive Effekte
  • Wearable-HRV-Biofeedback ist klinisch validiert: Smartphone-basierte Protokolle erzielen vergleichbare Effektgrößen wie Labor-Biofeedback
  • Multimodales Biofeedback: Die Kombination von EDA + HRV + Atmung zeigt stärkere Effekte als einzelne Modalitäten
  • PTSD: EEG-Neurofeedback zeigt moderate bis große Effektstärken mit zunehmender Wirkung im Follow-up

Studien mit Mindfield-Produkten

14 wissenschaftliche Veröffentlichungen, in denen Mindfield eSense-Sensoren und MindMaster-Geräte eingesetzt wurden – von PTSD-Forschung bis zu HRV-Studien.

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Weiterführende Ressourcen