Schipper 2025 — HRV & Atemtraining im Golfsport (Masterarbeit, DSHS Köln)

Studien-Steckbrief

Autor Bastiaan Schipper
Institution Deutsche Sporthochschule Köln
Studiengang M.Sc. Sportphysiotherapie
Betreuer Prof. Dr. rer. Medic. Martin Alfuth (Institut für Therapiewissenschaften)
Art Masterarbeit
Jahr 2025
Produkte eSense Pulse + eSense Respiration
Teilnehmer 28 Freizeitgolfer (Durchschnittsalter 50,96 ± 8,32 Jahre)

Was wurde untersucht?

In dieser Masterarbeit an der Deutschen Sporthochschule Köln wurde untersucht, ob eine bewusst gesteuerte Resonanz-Frequenz-Atmung (RFB) die Herzfrequenzvariabilität (HRV) bei Golfern während des Puttens beeinflussen kann — und ob sich daraus eine Verbesserung der Treffsicherheit unter Stressbedingungen ergibt. Die Studie verbindet damit zwei aktuelle Forschungsfelder: HRV-basiertes Biofeedback und mentale Leistungsoptimierung im Sport.

Methodik

28 Freizeitgolfer nahmen an dieser experimentell prospektiven, randomisierten Interventionsstudie teil. Jeder Proband diente im Messwiederholungsdesign als seine eigene Kontrolle. Die Teilnehmer putteten unter zwei Bedingungen: einmal mit willkürlicher Atmung (Kontrollbedingung) und einmal mit vorgegebener RFB-Atemfrequenz (4 Sekunden Einatmung, 6 Sekunden Ausatmung). Auditive Reize über Kopfhörer simulierten eine stressähnliche Wettkampfsituation.

Die HRV wurde mit dem Mindfield eSense Pulse erfasst — einem validierten Messgerät mit 1-Kanal-EKG und 500-Hz-Abtastung, das über einen Brustgurt die Inter-Beat-Intervalle (IBI) aufzeichnet und per Bluetooth an die eSense App übermittelt. Die Atemfrequenz wurde gleichzeitig mit dem Mindfield eSense Respiration gemessen, der als Bauchgurt die Expansion und Kompression der Bauchatmung registriert. Die psychophysiologische Beanspruchung wurde zusätzlich mit dem NASA-Task-Load-Index (NASA-TLX) Fragebogen erhoben.

Mindfield-Produkte in dieser Studie

In dieser Studie wurden zwei Mindfield-Sensoren als Messinstrumente eingesetzt:

eSense Pulse (HRV-Messung): 1-Kanal-EKG mit 500-Hz-Abtastung, Brustgurt mit Bluetooth-Übertragung. Erfasste die Herzfrequenz, RR-Intervalle, SDNN, RMSSD und NN50 während des gesamten Experiments.

eSense Respiration (Atemfrequenz): Bauchgurt mit Federsensor zur Aufzeichnung der Ein- und Ausatmung. Wurde mit dem eSense Pulse synchronisiert, um die RFB-Einhaltung zu überwachen.

Mehr zum eSense Pulse → | Mehr zum eSense Respiration →

Ergebnisse

Die Resonanz-Frequenz-Atmung bewirkte signifikante Veränderungen in mehreren HRV-Parametern der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe:

  • Herzfrequenz: Signifikante Reduktion (p = 0,003)
  • RR-Intervall: Signifikante Verlängerung (p = 0,003)
  • SDNN: Signifikante Erhöhung (p = 0,039)

Die Atemfrequenz der Interventionsgruppe war erwartungsgemäß signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe, was die erfolgreiche Umsetzung der RFB-Vorgabe bestätigt.

Allerdings konnte kein statistisch signifikanter Leistungsunterschied im Puttergebnis nachgewiesen werden — weder aus zwei Metern Distanz (p = 0,284) noch aus vier Metern (p = 0,458). Der NASA-TLX-Fragebogen zeigte eine signifikant höhere psychophysiologische Belastung (p < 0,001) in der Interventionsgruppe, was darauf hindeutet, dass die gleichzeitige Durchführung der Atemkontrolle und der Putt-Aufgabe zusätzliche kognitive Ressourcen beanspruchte.

Bedeutung für die Praxis

Die Studie belegt, dass die HRV durch eine bewusste Reduktion der Atemfrequenz mittels RFB kurzfristig signifikant beeinflusst werden kann — ein wichtiger Befund für alle Anwendungsbereiche, in denen HRV-Modulation als Stressmanagement-Werkzeug genutzt wird.

Dass die Putt-Leistung nicht verbessert wurde, führt der Autor primär auf den Dual-Task-Effekt zurück: Die gleichzeitige bewusste Steuerung der Atmung und Ausführung der motorischen Aufgabe überforderte die kognitiven Kapazitäten der Probanden, was durch die erhöhten NASA-TLX-Werte gestützt wird. Die kurze Eingewöhnungsphase an die RFB-Technik spielte vermutlich ebenfalls eine Rolle.

Für die Praxis bedeutet dies: Ein längerfristiges RFB-Training, das die Atemtechnik automatisiert, könnte die positiven HRV-Effekte ohne die kognitive Zusatzbelastung nutzbar machen. Die Studie empfiehlt zudem individuell angepasste Atemmuster statt eines festgelegten 4:6-Rhythmus.

Die Arbeit bestätigt darüber hinaus die Eignung der Mindfield eSense-Sensoren für die Sportforschung — sowohl der eSense Pulse für die HRV-Erfassung unter Bewegungsbedingungen als auch der eSense Respiration für die Atemfrequenz-Überwachung in Echtzeit.