Studien-Steckbrief
| Autoren | Queirolo L., Facco E., Roccon A., Pistollato E., Di Fiore A., Fazia T., Bacci C., Zanette G. |
| Institution | Universität Padua, Italien |
| Journal | Frontiers in Psychology |
| Jahr | 2025 |
| DOI | 10.3389/fpsyg.2025.1577325 |
| PubMed | PMC12226523 |
| Produkt | eSense Skin Response (eSense Galvanometer) |
| Teilnehmer | 20 Zahnärzte |
| Design | Kontrolliertes Prä-Post-Design mit Bayesianischer Analyse |
Was wurde untersucht?
Forscher der Universität Padua untersuchten, ob eine kurze, angeleitete Hypnose-Sitzung von zehn Minuten die physiologische Stressreaktion bei beruflich belasteten Zahnärzten messbar verändert. Im Fokus stand die Aktivität des sympathischen Nervensystems, gemessen anhand der Hautleitwertreaktion (Elektrodermale Aktivität, EDA) als primärer Outcome-Variable. Die Studie prüfte Hypnose als niedrigschwellige Intervention zur Stressreduktion bei einer Berufsgruppe mit hoher psychischer Alltagsbelastung.
Methodik
20 Zahnärzte (11 Frauen, 9 Männer; Durchschnittsalter 30 Jahre; alle unter 45 Jahren; keine Vorerfahrung mit Hypnose) nahmen an einer einmaligen Sitzung an der Zahnklinik der Universität Padua teil, während regulärer Arbeitstage zwischen 14 und 16 Uhr. Das Protokoll umfasste drei Phasen: eine dreiminütige Baseline-Messung, eine zehnminütige geführte Hypnose-Sitzung (Fokus auf Abruf angenehmer Erinnerungen) und eine dreiminütige Messung nach der Dehypnotisierung. Die statistische Auswertung kombinierte frequentistische und Bayesianische Methoden, was eine robuste Interpretation trotz kleiner Stichprobengröße ermöglicht.
Mindfield-Produkt in dieser Studie
Der eSense Galvanometer (eSense Skin Response, Mindfield Biosystems) wurde als primäres Messgerät für die Elektrodermale Aktivität eingesetzt. Das Gerät erfasste EDA-Daten mit einer Abtastrate von 4 Hz. Die Rohdaten wurden nach einem Preprocessing-Schritt als Mittelwert der elektrodermalen Aktivität in die Analyse einbezogen. Der eSense war damit das zentrale Instrument für die Messung der primären Outcome-Variable dieser Studie. Ergänzend wurde das Empatica E4 Wristband zur Messung von Herzrate und Herzratenvariabilität eingesetzt, während der eSense die EDA-spezifische Komponente abdeckte.
Ergebnisse
Die Forscher fanden eine statistisch signifikante Abnahme der Hautleitwertreaktionen (Skin Conductance Responses, SCR) nach der Hypnose-Sitzung (p = 0,002; Cohen’s d = 0,724 — mittlere bis große Effektstärke). Die Bayesianische Analyse ergab starke Evidenz für die Wirksamkeit der Intervention (BF+0 = 20,7), was bedeutet, dass die beobachteten Veränderungen mit hoher statistischer Sicherheit nicht zufällig waren.
Die elektrodermale Aktivität zeigte ein charakteristisches Muster: Sie stieg während der Hypnose-Sitzung zunächst an und sank anschließend in der Post-Messung wieder ab — ein Verlauf, den die Forscher als Orientierungsreaktion während der Induktionsphase und anschließende sympathische Dämpfung interpretieren. Die Herzratenvariabilität veränderte sich dagegen nicht signifikant. 18 von 20 Teilnehmern berichteten subjektiv über eine verbesserte Befindlichkeit nach der Sitzung (p < 0,00001).
Die Autoren weisen auf Limitationen hin: kleine Stichprobengröße (n = 20), fehlende separate Kontrollgruppe sowie fehlende Langzeit-Follow-up-Daten.
Bedeutung
Diese Studie belegt den wissenschaftlichen Einsatz des eSense Skin Response an einer europäischen Universität (Padua) in einer kontrollierten Interventionsstudie. Das Gerät wurde als primäres Messinstrument für die Kern-Outcome-Variable eingesetzt und lieferte statistisch auswertbare Ergebnisse mit klinisch relevantem Effekt (Cohen’s d = 0,724).
Inhaltlich zeigt die Studie, dass Hautleitwertmessungen mit dem eSense sensitiv genug sind, um Veränderungen der sympathischen Aktivierung durch eine zehnminütige psychologische Intervention zu erfassen. Der Nachweis in einem Berufsfeld-Setting (Zahnarztpraxis, routinemäßige Arbeitsbedingungen) unterstreicht die ökologische Validität des Sensors jenseits klassischer Laborbedingungen.
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